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Hochschule für Bildende Künste Hamburg
Lerchenfeld 2
22081 Hamburg
Tel. 040.42 89 89-0
Homepage:
www.hfbk-hamburg.de
Anzahl der Studierenden: 680
Die Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK) ist eine
künstlerisch-wissenschaftliche Hochschule; mit ihrem breiten Fächer- und
Ausbildungsangebot gehört sie zu den renommiertesten Institutionen ihrer Art.
Bereits 1767 wurde sie als erste Gewerbeschule Deutschlands von der
Patriotischen Gesellschaft gegründet. 1896 avancierte sie zur Staatlichen
Kunstgewerbeschule, die 1913 ihr eigenes, von Fritz Schumacher entworfenes
Gebäude am Lerchenweg bezog. In der Zeit zwischen 1933 und 1945 war auch die
Kunstschule von den politischen Verhältnissen stark betroffen: Von der Erwägung
die Schule ganz zu schließen, über die abrupte Beendigung aller Reformansätze
des damaligen Direktors Max Sauerlandts, der Verfolgung von jüdischen
Professoren und zahlreichen Entlassungen bis hin zur Zerstörung der Schule im
Bombenkrieg. Nach dem Wiederaufbau 1955 schließlich wurde erreicht, was seit den
30er Jahren vergeblich angestrebt worden war: der Ausbau der
Architekturabteilung und die Umwandlung der Landeskunstschule in die Staatliche
Hochschule für bildende Künste.
Neben Berlin und Düsseldorf hat die Hochschule für bildende Künste Hamburg das
breiteste Ausbildungsangebot. Es zeichnet sich durch eine große Vielfalt der
Disziplinen aus. Dass sämtliche Bereiche des Visuellen unter einem Dach
vereinigt sind, ermöglicht einen hohen Grad von Austausch und
Interdisziplinarität. Die strikte Trennung zwischen den Disziplinen wurde seit
jeher - und in letzter Zeit verstärkt - durch die Entwicklungen im Bereich der
Freien Kunst aufgelöst. Auch Studierende, die eine Existenz als freie
KünstlerInnen anstreben, brauchen die technischen und gestalterischen
Möglichkeiten, die ihnen Fotografie, Film, Typografie, Reproduktion, Druck oder
auch die elektronischen Medien bieten. Zu den Qualitäten der Hochschule zählt in
diesem Kontext außerdem die Vielzahl von Werkstätten. Den Studierenden stehen 17
Werkstätten zur Verfügung, von Holz-, Textil- über Siebdruck- und Metall- bis
hin zur Mixed Media- und Videowerkstatt. Über den Ausbau dieser Infrastruktur
ist es der HFBK z.B. gelungen, den hochschuleigenen Material- Verlag zu gründen,
der bis heute über 100 Bucherscheinungen verzeichnen kann. Besonderer Wert wird
auf ganzheitliche AutorInnenschaft gelegt, bei der Konzept, Text, Gestaltung und
Herstellung von Anfang bis Ende nachvollziehbar bleiben. Die Bücher des
Material-Verlages der HFBK haben wiederholt Auszeichnungen für die ästhetische
Gestaltung erhalten, die von der Stiftung Buchkunst jeweils zur Buchmesse in
Frankfurt vergeben werden.
Eine Grundentscheidung der 50er Jahre, die bis heute das Profil der Kunstlehre
an der HFBK prägt, ist die Einrichtung von Gastdozenturen. Durch die Schaffung
dieser befristeten Stellen soll das Lehrangebot flexibel ergänzt werden und auf
die Veränderungen der Kunstwelt adäquat reagiert bzw. geantwortet werden. Dieser
offene Bezug zum Kunstgeschehen hat dazu geführt, dass traditionelle
Lehrpositionen, die andernorts noch verteidigt werden, an der HFBK aufgegeben
wurden. Verstärkt haben sich indessen die künstlerischen Kräfte, die
grenzüberschreitend wirken und das Feld der Kunst weiter stecken.
GastprofessorInnen waren z. B.: Josef Beuys, Bazon Brock, Michael Clegg, Enzo
Cucchi, Hanne Darboven, Zeha M. Hadid, Richard Hamilton, David Hockney, Rebecca
Horn, Fritz Hundertwasser, Jörg Immendorf, Allen Jones, Thadäus Kantor, Daniel
Libeskind, Meret Oppenheim, Nam Jun Paik, Ben Patterson, Diether Roth, Thomas
Schütte, Katherina Sieverding, Kiki Schmith, Lawrence Wiener, Daniel Richter,
Matt Mullican etc.
Ein wichtiger Schwerpunkt der HFBK liegt auch in der Filmausbildung. Während in
den früheren Jahren an der HFBK, entsprechend dem damaligen Zeitgeist, eher
experimentelle und politische Ansätze vertreten wurden, ist heute eine stärkere
Orientierung in Richtung professioneller Kino- und TV-Spielfilmproduktionen zu
beobachten. Dabei ist eine gute Tradition, dass neben dem Berufsziel AutorIn und
RegisseurIn auch immer wieder einzelne StudentInnen das Ziel Kameramann/frau
oder TonmeisterIn auf hohem Niveau realisieren. Als Newcomer im Bereich des
Films, die aus der HFBK hervorgegangen sind, ließen sich etwa Lars Becker,
Hermine Hundgeburth, Oliver Hirschbiegel, Frieder Schlaich, Veit Vollmer oder
auch Fatih Akin nennen, die prominentesten Absolventen in diesem Bereich sind
sicher Loriot und Otto.
Die bildenden Künste sind von ihrer Grundstruktur auf Internationalität
angelegt. Entsprechend großgeschrieben werden an der HFBK Kontakte, die in
dieser Beziehung aufgebaut werden konnten. Das Architekturstudium an der HFBK
lief 2006 aus, als alle Hamburger Architekturstudiengänge in der neu gegründeten
HafenCity Universität Hamburg zusammengelegt wurden. Zum Wintersemester 2008/09
wurde anstelle der bisherigen Diplom-Studiengänge der konsekutive Bachelor-/Master-Studiengang
„Bildende Künste“ eingeführt. Dieser interdisziplinäre Studiengang umfasst alle
an der HFBK vertretenen künstlerischen und wissenschaftlichen Fächer. Den
Studierenden stehen sämtliche Studienschwerpunkte, alle Werkstätten und Labore
offen. Es liegt in der Entscheidung der Studierenden, verschiedene
Studienschwerpunkte zu kombinieren oder sich auf einen einzelnen zu
konzentrieren. Diese Offenheit gewährt ein Höchstmaß an Flexibilität und
ermöglicht, ein individuelles künstlerisches und/oder wissenschaftliches Profil
auszubilden.
Studiengänge:
Bildende Künste, Bachelor / Master
Lehrämter, Prüfungsfach Bildende Kunst
Studienschwerpunkte:
Bildhauerei
Bühnenraum
Design
Film und Digitales Kino
Grafik/Typografie/Fotografie
Malerei/Zeichnen
Theorie und Geschichte
Zeitbezogene Medien
Lehrende (Auswahl):
Bauer, Raimund
Bernstein, Thomas
Bramkamp, Robert
Büttner, Werner
Burki, Marie José
Danquart, Pepe
Darboven, Hanne
Diers, Michael
Engel, Udo
Haneke, Egbert
Hoops, Achim
Lehnhardt, Matthias
Lingner, Michael
Löw, Glen
Mari, Enzo
Offermanns, Ingo
Pankow, Lutz
Schnitt, Corinna
Schwontkowski, Norbert
Slominski, Andreas
Siem, Wiebke
Stadtbäumer, Pia
Tippel, Andrea